„Wie digital sollten Museen sein?“ — Ergebnisse der Blogparade

„Das digitalisierte Museum überwindet Barrieren und Grenzen. Es schafft Synergien und Denkraum.“ (Anita Thanhofer)

Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung der von museum beck.stage initiierten Blogparade vom 19.03. bis 29.04.2018. Es haben sich insgesamt 15 Bloggerinnen und Blogger mit Texten und einem Podcast beteiligt und mit den folgenden Fragen der Blogparade auseinandergesetzt:

1. Welche digitalen Angebote sollte jedes Museum machen?
2. Sind Museen ohne digitale Angebote heute noch wettbewerbsfähig?
3. Was macht ein überzeugendes digitales Profil aus?
4. Wie stellst Du Dir das digitale Museum der Zukunft vor?

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Die Leitung liegt schon mal. Die digitale Innovation kann kommen?

Eine Blogparade zum Thema „Wie digital sollten Museen sein?“ ist ein Experiment. Für die Frage, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf Museen hat, bzw. wie sich Museen im digitalen Kosmos orientieren und neu definieren, hat sich dieses Experiment als passendes Format erwiesen. Hier im Netz, im digitalen Denkraum jenseits des Museums, kann eine Debatte um die Entwicklung digitaler Strategien in Museen vielleicht noch einmal anders geführt werden als in den Institutionen selbst. So wenigstens die Hoffnung.

Hat die Blogparade ihren Zweck erfüllt?

In zahlreichen Beiträgen wurden sehr unterschiedliche Perspektiven auf das Thema formuliert. Gleichzeitig gab es eine ganze Reihe von Themen, bei denen weitgehend Übereinstimmung herrschte. Die wichtigsten Positionen möchte ich hier  einmal kurz darstellen und gegenüberstellen.

„Ich hoffe nicht, dass dieses Museum der Zukunft ein digitaler Müllberg sein wird.“ (Museumsdinge)

Digitalisierung findet, wie Christian Gries betont hat, in der Gegenwart statt. Vieles ist in Bewegung geraten, und die traditionellen Kernaufgaben des Museums können und müssen vor diesem Hintergrund neu gedacht werden.

Dabei ändert sich nicht nur die Art zu kommunizieren, sich als Institution zu präsentieren, zu vernetzen und mit dem Publikum zu interagieren – sondern digitale Werkzeuge erlauben inzwischen auch eine vertiefte Analyse der Besucherströme. Museen wissen heute viel mehr über ihre Besucher und können – ähnlich wie Google oder Facebook es vormachen – deutlich aussagekräftigere Daten sammeln, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Das kann man begrüßen, oder als digitalen Teufel an die Wand malen, aber das Potential ist jedenfalls vorhanden, wie Chris Martin kürzlich bei der Eröffnungsveranstaltung der „museum 4.0 Impulse“ erörterte.

„Das Digitalzeitalter verlangt von Museen eine Transformation – und zwar in jedem Bereich. Das fängt bei der Art und Weise an, wie Kunst und Objekte präsentiert und erlebt werden, wie die Sammlung bewahrt wird, wie Inhalte vermittelt werden oder wie man Zugänge (auch barrierefrei) ermöglichen kann.“ (MusErMeKu)

Wohin also geht die Reise? Werden in Zukunft BesucherInnen in Museen nach ihrem Bildungsstand oder sozialem Hintergrund klassifiziert und individuell angesprochen und informiert – in ihrer Sprache, vor dem Hintergrund der jeweils individuellen Vorlieben und Kenntnisse – bzw. ihrer Zahlungskraft angemessen?

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Tapetenwechsel im Museum? Quast, 2018.

Soviel ist sicher, die Digitalisierung und die Entwicklung digitaler Strategien ist auch von manchen Unsicherheiten und Ängsten begleitet. Wer weiß heute schon zu sagen, welche Aufgaben, aber auch welche Jobs in Museen langfristig erhalten bleiben und wie sich die Bedeutung der Institution als Ganzes noch verschieben wird. Von einer „post-digital platform for people and ideas“ ist ja bereits die Rede gewesen. Mit Digitalisierung assoziieren daher viele beides, Chance und Challenge.

“Macht was ihr wollt, aber macht es richtig” (Dan Brown)

Was genau aber verändert sich nun durch die Digitalisierung? Einerseits geht es um neue Vermittlungswege, um vernetzte Information, um technologische Innovation, um einen Wandel der Kommunikationsmittel und -wege, um effizientere Analysefähigkeiten, um Immersion oder Unterhaltung – und oft gar um all das zu gleicher Zeit.

Andererseits verändert die Digitalisierung die Menschen, die in den Museen arbeiten, genau wie die Besucher und User (oder ProSumers, oder ProdUsers), die sich für ein Museum interessieren, oder es besuchen. Welche Skills und Mindsets werden also in Zukunft (oder bereits heute) gebraucht, um adäquat Nutzen zu kreieren und den technologischen Innovationsgewinn sinnvoll zu steuern? Neben den Fragen der Blogparade sind dies Aspekte, denen ich auf museum.beckstage weiter nachgehen will.

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Nur ausklopfen oder auch aufmöbeln? Teppichklopfer, 2018.

Beinahe alle TeilnehmerInnen der Blogparade waren sich in dem Votum einig, dass (fast) jedes Museum mindestens eine Webseite anbieten sollte. Ausnahmen bestätigen die Regel – aber es wurde darauf hingewiesen, dass dies im Grunde den Status Quo bloß abbildet. Der Blogger Damian Kaufmann von Zeilenabstand wies darauf hin, dass selbst beim Aufbau einer Webseite folgenschwere Fehler begangen werden können: „Die vor wenigen Monaten an den Start gegangene Website der Stiftung Historische Museen Hamburg zum Themenjahr „Hamburg 1918.1919“ macht es noch schlimmer. Auch hier fehlt die SSL-Verschlüsselung, obwohl der Besucher sich mit seiner Mail-Adresse für den Newsletter anmelden kann.“

„Die eigene Webseite, responsiv, intuitiv bedienbar und umfassend informativ, ist das digitale Minimum, das ein Museum bieten sollte.“ (SMAC BLOG)

Andere BloggerInnen zählten zu den erforderlichen Mindeststandards aber auch Social Media Kanäle wie Twitter, oder Facebook. Das zentrale Argument ist, wie Christian Gries  bemerkte, dass, wer diese Plattformen ignoriert auch Gefahr läuft, die Autonomie über die eigene Außendarstellung zu verlieren (die Besucher bauen dann z.B. eine Facebook Seite), was kaum im Interesse eines Museums liegen dürfte. Damit ist aber auch bereits ein wesentliches Motiv benannt, das in der Debatte um die Digitalisierung oft zu kurz kommt: es sind eben nicht mehr ausschließlich die Häuser selbst und die dort engagierten Kuratoren und Museumsmitarbeiter, die die Interpretationshoheit über das von ihnen verwaltete kulturelle Erbe halten, sondern die veränderten Kommunikationswege etablieren alternative Räume für die Produktion von Bedeutung. Dafür ist eine Blogparade das beste Beispiel. Jede und jeder hält heute im Prinzip die Mittel in der Hand, das Bild der Institutionen Museum zu prägen, eigene Fragen zu stellen. Das, was die Communities auf Pinterest, Instagram, FlickR, TripAdvisor oder anderswo über ein Museum posten, prägt das Image und die Performance der Museen wenigstens genau so nachhaltig, wie die vom Museum initiierten Ausstellungen, Outreach Aktivitäten, oder Werbekampagnen.

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Do it yourself? Jeder kann die digitale Zukunft prägen. Werkzeug, 2018.

Vor diesem Hintergrund kann man dann auch den Kommentar eines der Direktoren des Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig verstehen, der den Aufruf zu dieser Blogparade an seine Mitarbeiterin Silke Röhling weiterleitete:  „…zur Info, handelt es sich dabei um Bauernfängerei (wer würde schon ernsthaft diese Fragen mit nein beantworten)?“ Dass die Debatten um die Zukunft des Museums auch anderswo geführt werden, als hinter den verschlossenen Türen der Museen mag punktuell für Verunsicherung sorgen und kann dann als „Bauernfängerei“ verdächtigt werden. Gleichzeitig zeigt die Bereitschaft zum Dialog, dass sich die Art und Weise, wie Debatten geführt werden, längst verschoben hat.

„Die gängigen Online-Kanäle wie Facebook (hier als pars pro toto für die Social Media) sind inzwischen unumgänglich.“ (Kaiserpfalz Paderborn)

Ein weiterer Konsens in der Debatte um das digitale Profil der Museen ist, dass es keine standardisierten Verschreibungen darüber geben dürfe, welche Kanäle und Mittel für ein bestimmtes Haus angemessen sind. Digitale Medien, ob sie nun in der Ausstellung, für die Außendarstellung oder zur Kommunikation genutzt werden, müssen dem jeweiligen Profil der Institution adäquat entsprechen.

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Digitale Angebote individuell zuschneiden. Rostige Sägen, 2018.

Nicht von der Stange, sondern von Hand konfektioniert wird der digitale Maßanzug daher geordert. Ein Mindestmaß an Sichtbarkeit im digitalen Raum aber scheint aus heutiger Sicht für viele der hier beteiligten Bloggerinnen und Blogger unverzichtbar.

„Allerdings wird es auch nicht die digitale „eierlegende Wollmilchsau“ geben können, dafür ist das Anforderungsprofil viel zu komplex. Aber gute, flexible, vernetzte Lösungen lassen sich nur in einem vernetzten Team erarbeiten, das auch auf seine unterschiedlichen Besucher*Innen hört.“ (Barbara Weber-Delacroce)

Abgesehen von diesem Minimalkonsens gibt es ein umfassendes Bewusstsein für die Vielfalt der Formen und Möglichkeiten, die digitale Tools und Plattformen eröffnen. Vom FabLab zur Oculus Rift, vom interaktiven Touchtable zum immersiven Raum zum 3D-Maker-Bot etc. sind der Phantasie, was an Einzelmaßnahmen heute denkbar und in Zukunft möglich sein wird, kaum Grenzen gesetzt.

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Die Palette der digitalen Möglichkeiten ist breit. Gebrauchte Acryl, Öl und Temperafarben. 2018.

„Darüber hinaus stellte sich die Frage, was notwendig ist – digitale Screens statt gedruckter Citylights? SEA? Native Vermittlungsapps vor Ort (iPad, Smartphone?) oder eine App, die laufend aktualisiert wird und Nachrichten pusht? Touchscreens? AR? VR? E-Learning? Vlogging? Podcast? Digitale Sammlung? 360°-Videos? 3-D-Drucke? Bots?“ (Anita Brunner-Irujo, Universalmuseum Joanneum)

Auf dem Jahrmarkt der digitalen Möglichkeiten sirren und flackern die bunten Lämpchen nervös und lassen den Blackout durch Reizüberflutung bereits düster erahnen.

Die Blogparade hat auch gezeigt, dass ökonomischer Wettbewerb von Kulturinstitutionen gerne als Verstoß gegen das bildungspolitische Ideal betrachtet wird. BürgerInnen sollen gleichermaßen Zugang zu kulturellen Bildungsinstitutionen haben und eine Kommerzialisierung öffentlich geförderter Institutionen finden viele nicht unbedingt wünschenswert. Gleichzeitig darf gefragt werden, ob solche Positionen der Wirklichkeit tatsächlich noch entsprechen. Der SMAC Blog zitiert z.B. das 2017 erschienene Buch „Das totale Museum“ von Christian Welzbacher und merkt an: „So ist das Museum ein Paralleluniversum, ein Ort, der Objekte ihrem natürlichen Umfeld entreißt, kontextualisiert, mit Informationen anreichert, ordnet und vermarktet.“

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Ohne Kohle ist doof.

Die Digitalisierung im Museum hat zweifelsohne eine wirtschaftliche Dimension und das nicht nur dann, wenn digitale Innovation als schlagkräftiges Argument bei der Drittmittelakquise genutzt wird. Wer oder was als innovativ gilt, darüber bestimmt auch immer mehr der Umgang mit digitalen Medien und die gekonnte Selbstdarstellung im Web, das digitale Image. Wer digital kann, der gilt als relevant und bekommt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch die umkämpften Mittel.

Anders herum kann man „Wettbewerbsfähigkeit“ aber auch als Konkurrenz um Sichtbarkeit, Aufmerksamkeit und Relevanz verstehen. In diesem Sinne relevant wäre dann die Institution, die die Sprache ihrer User spricht, die also zeitgemäß ist und von Besuchern verstanden wird (ich erspare mir das Klischee von den „jungen Besuchern“, da das m.E. nicht zutrifft). Mit der Nutzung digitaler Formate geht also auch stets ein Image von Innovationsfähigkeit und Experimentierfreude einher, dass für die Gesamtwahrnehmung eines Hauses stilprägend sein kann – siehe die Vorreiterrolle der vielzitierten Museen Städel in Frankfurt oder Rijksmuseum in Amsterdam.

„Die Geldgeber*innen/ Politiker*innen verlangen Nachweise über Erfolge. Verschenkt wird nichts mehr. Die meisten Museumsleiter*innen mit ihren Marketingabteilungen machen mit bzw. haben keine andere Wahl als mitzumachen. Somit könnte ein Museum ohne digitale Angebote nicht mehr wettbewerbsfähig wirken.“ (Museumsdinge)

Eine digitale Strategie sollte, darin sind sich die meisten Beitragenden einig, langfristig angelegt sein und ein Ergebnis kollaborativer Zusammenarbeit in den Institutionen sein – unter Beteiligung möglichst vieler Mitarbeiter und mit deutlicher Unterstützung der Museumsleitungen.

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Digitale Strategie tief verwurzeln. Meerettich, 2018.

Gerade hier aber scheint der Schuh auch zu drücken, denn viele formulieren hier Handlungsbedarf. Der Kampf um Ideen und Konzepte verkommt in den Institutionen offenbar zum Krampf, wenn Ressourcen nicht bereitgestellt werden, oder der notwendige interne Rückenwind fehlt. Ähnlich hatte es für den US-amerikanischen Raum ja bereits auch Rob Stein formuliert.

„Generell, zu viele elektronische Impulse überfordern.“ (Valerie Helvy)

Daher stammt dann der unisono formulierte Ruf nach Zusammenarbeit, nach konsistenter Strategienentwicklung, die langfristig angelegt ist und die finanziell, wie personell gefördert wird. Es ist bemerkenswert, wenn auch nicht verwunderlich, dass bei der Frage nach dem digitalen Profil der Blick instinktiv auf die Kontexte und Arbeitsweisen, also v.a. auf die Herausforderungen und Probleme gerichtet wird und weniger darauf, was eigentlich das digital kompetente Museum ausmachen könnte und auf welche Weise die digitalen Angebote zusammenspielen. Oder um es mit Franziska Mucha vom Historischen Museum Frankfurt zu sagen: „Das ständige Beta-Best-Practice-Lessons-Learned-Karussell muss in Wissensbildung überführt werden, damit Museen mit Usern, Anbietern und digitaler Kultur kompetenter umgehen.“

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Längst keine „Greenfield Operation“ mehr. Die Entwicklung eines digitalen Profils.

Die Entwicklung eines überzeugenden digitalen Profils ist dabei einer Reihe von Werten verpflichtet:

„Durch das Erfüllen der Qualitätsmerkmale Respekt, Transparenz, Inklusion und Partizipation können Museen zu ihren Kommunikationspartner_innen Vertrauen aufbauen und langfristige Beziehungen initiieren sowie halten.“ Forum Kultur Vermittlung (Isabell Fiedler, Olivia Harrer)

Das erfolgreich entwickelte digitale Profil bezieht also alle mit ein, ist offen und authentisch, macht das Museum nahbar und ist Resultat tiefgreifender Planung und Reflexion. Oder wie Anita Brunner-Irujo vom Universalmuseum Joanneum so treffend geschildert hat.

„Ein überzeugendes digitales Profil ist von den Online- und Offline-Besucherinnen und -Besuchern abhängig. Die Strategie eines internationalen Museums beinhaltet höchstwahrscheinlich den Aspekt der Verfügbarkeit von Inhalten in verschiedenen Sprachen oder die Auffindbarkeit auf Baidu – während wir auf unserer Museumswebseite gerade einmal die notwendigsten Inhalte übersetzen, damit zumindest Öffnungszeiten, Preise und Ausstellungen auf Englisch verfügbar sind.“

Die Ansprache von Besuchergruppen und UserInnen im Sinne einer umfassenden und inklusiven digitalen Kommunikationsstrategie interpretieren Isabell Fiedler und Olivia Harrer vom Forum Kulturvermittlung:

„Hier können besonders digitale Medien eingesetzt werden, die z.B. in Ergänzung zu analogen Medien im Museum selbst oder auf digitalen Plattformen verschiedene Informationsniveaus (in verschiedenen Sprachen sowie als Audioausgabe) anbieten.“

Auch hier scheint der Gedanke von der oben bereits zitierten, passgenau zugeschnittenen Information wieder auf. Solche Maßnahmen müssen dann allerdings gut durchdacht sein, um die gute Idee der Inklusion selbst nicht zu gefährden.

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Information individuell zuschneiden? Äxte, 2018.

Wohin geht also die Reise – welche Richtungen und Perspektiven wurden in den einzelnen Beiträgen formuliert? Zahlreiche Stimmen betonten, dass die phyischen Objekte und Sammlungen und das Erlebnis im Raum sowie die persönliche Vermittlung zu den USP des Museums gehören und auch in Zukunft gehören sollen. Nicht alle gehen dabei so weit wie Silke Röhling vom Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig, die betont, dass das „Digitale“ für sie nur Mittel zum Zweck sei.

„Digitales im Museum ist für mich Mittel zum Zweck.“ (Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, Silke Röhling)

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Das Digitale – Mittel zum Zweck? Seifenblasen, 2018.

Andere haben weitreichende Hoffnungen und versprechen sich gerade von der digitalen Repräsentation der Museen einen deutlichen Gewinn.

„Ich habe die Möglichkeit alle Museen der Welt digital zu besuchen!“ (Anita Thanhofer)

Auch wenn das Museum seine Identität durch die analoge, materielle Sammlung gewinnt, die Museumserfahrung wird doch durch digitale Angebote ganz nachhaltig erweitert und bereichert.

Dan Brown meint: „Das digitale Museum der Zukunft, so wie ich es bauen würde, wäre immer noch ein Gebäude. Aber es wäre nicht nur an diesen einen Ort gebunden, sondern würde einen Teil seiner Ausstellungen, Sammlungen und Führungen in den digitalen und analogen Raum auslagern — sich nicht nur darauf versteifen, eine Adresse zu sein.“

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Das Museum bleibt ein Bau aus Stein, mit mehr als nur einer Adresse?

Die Frage danach, wie die Museen in Deutschland mit der Digitalisierung umgehen, wie sich die Identität der Häuser verändert, ob und wann der Wandel kommt, wird uns trotz aller Erkenntnisse weiter beschäftigen. Sicher ist, dass dieser Wandel nicht allein in Reaktion auf technologische Innovationen und Möglichkeiten geschehen sollte, sondern dass eine gut durchdachte Planung vorangehen sollte. Worauf es aber zunächst ankommt – und die deutlichen Appelle nach mehr finanziellen und personellen Ressourcen sprechen eine klare Sprache – ist die Entwicklung eines digitalen Mindset – eines vertieften Verständnisses davon, was die Entwicklung einer digitalen Agenda für jeden Einzelnen bedeutet. Barbara Weber-Delacroce hat es in Worte gefasst:

„Welche der vielen Innovationen werden sich wirklich durchsetzen bzw. werden relevant für das Alltagsleben und damit auch für die Museen? Es scheint vor allem wichtig zu sein, dass wir uns ein agiles Mindset zulegen. Digitalisierung in Museen ist kein Projekt, das bald abgeschlossen sein wird.“ (Barbara Weber-Delacroce)

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Digitalisierung: Kein Projekt, das bald abgeschlossen ist. Rostige Nägel, 2018.

Genau. Museen sind Lernorte – das wird seit langem gerne behauptet. Aber wer lernt hier? Bisher ging man davon aus, dass es die Besucherinnen und Besucher sind, die dazu lernen. Nun wird deutlich, dass auch die Museumsmitarbeiter dazu lernen dürfen. Es gibt keinen Zustand der Glückseligkeit! Aber es gibt ein Abenteuer mit noch ungeahnten Möglichkeiten. Worauf warten wir?

Make it happen!

 


Ich danke allen Bloggerinnen und Bloggern herzlich für ihre Teilnahme an diesem Experiment! To be continued.


Hinweis in eigener Sache: Diese Zusammenfassung ist ‚work on progress‘, es braucht  noch einige Updates, bevor alle Beiträge hinreichend repräsentiert sind. Ich bitte Euch & Sie herzlich um Verständnis!


 

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3 Antworten auf “„Wie digital sollten Museen sein?“ — Ergebnisse der Blogparade”

  1. Deine Blogparade zusammen mit deiner Analyse und Dokumentation der digitalen Aktion eignet sich als hervorragendes“ Rolemodel“ wie Kommunikation im digitalen Raum gehen kann. Netzwerk aufbauen, interagieren lassen, Impulse setzen, neugierig machen! Weiter geht’s mit unseren Abenteuern in Digitalien 🕺

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