Eine HALL OF FAME der DIGITALEN STRATEGIEN

Diese Sammlung soll dazu dienen, einen Überblick über die aktuellen Trends bei der Entwicklung digitaler Strategien in deutschen und internationalen Museen zu bekommen. Diese Liste ist „work on progress“ und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Angesichts der erheblichen Dynamik in diesem Bereich kann es natürlich sein, dass die angegebenen Informationen nicht immer aktuell sind – Rückmeldungen dazu nehme ich daher gerne entgegen.

 


Deutschland


Wer? — Archäologisches Museum Hamburg

Wann?
unklar/geht nicht aus der Webseite hervor

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:
Die Ankündigung auf der „neuen Webseite“ verspricht: „Auf dieser Seite finden Sie unter anderem Informationen zur digitalen Strategie des Archäologischen Museums, Social-Media-Events und den verschiedenen vom Museum entwickelten Apps. (…)“, allerdings konnte ich ein entsprechendes Dokument nicht finden. Die Seite ist eher als Portal der  diversen digitalen Initiativen des AMH angelegt. So finden sich dort Informationen über Hörführungen, der digitale Zugang zur Sammlung, Angebote für das Smartphone, Hinweise auf digitale Events, etc. Ein kohärenter Rahmen, bzw. eine nachvollziehbare Strategie lässt sich daraus nicht ablesen.

URL: https://amh.de/digitales-angebot/


Wer? — Museen der Stadt Aschaffenburg

Wann?
2018

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:
Nur wenige Museen erlauben ihrem Publikum einen derart gründlichen Einblick in die Entwicklung ihrer digitalen Strategie wie die Museen der Stadt Aschaffenburg. Die Bestandsaufnahme umfasst ein breites Spektrum von Maßnahmen (Evaluation von Webseiten, Digitale Kommunikation, Social Media Kanäle und andere kommunikative Maßnahmen), sowie die Messung der entsprechenden Nutzerzahlen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Verbindung zwischen analogen und digitalen Maßnahmen – von denen viele das Ziel haben, „auf anderen Wegen unsere (zukünftigen) BesucherInnen zu erreichen“.

URL: https://www.museen-aschaffenburg.de/dokumente/Digitale-Strategie-der-Museen-der-Stadt-Aschaffenburg-2018_03.pdf


 

Wer? — Kunsthalle Mannheim

Wann?
Dezember 2017

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:
u.a. W-LAN bereitstellen und Navigation im Museum ermöglichen, Digitalisierung der Sammlungen, Entwicklung einer App als Mediaführung und Navigationshilfe, Angebot einer „Collection Wall“: meint die digitale Präsentation der Sammlung in der Ausstellung, CMS-Integration aller digitalen Angebote, ein Creative Lab mit Fokus auf VR, AR, 3D-Modeling, 3D-Printing, die Bereitstellung von Content auf einem interaktiven Tisch, die Personalisierung von Content, und allgemein die Förderung von Partizipation.

URL:
https://digital-gipfel.m-r-n.com/topics/kunsthalle-mannheim/

 


 

Wer? — Jüdisches Museum Berlin

Wann?
2015

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:
Auf dem Blog des JMB findet sich eine inzwischen in die Jahre gekommene Skizze zu einer digitalen Strategie, die Partizipation, Online-Recherche und Vermittlungsaspekte als wesentliche Kernpunkte benennt. Damals ging es darum die Social-Media-Aktivitäten des Museums zu überdenken, sich eine Open-Access-Strategie zu erarbeiten, vernetzte Angebote bereit zu stellen (unter Zugriff auf z.B. Inhalte von Wikimedia, Europeana und der Deutschen Digitalen Bibliothek), sowie ausstellungsbegleitende Online-Angebote anzubieten. Leider lassen sich keine jüngeren Dokumente finden, eine schriftlich ausgearbeitete Strategie ist auf der Webseite nicht zu finden.

URL:
https://www.jmberlin.de/blog/2015/06/online-plattform/


 

Wer? — Jüdisches Museum Frankfurt/Main

Wann?
ca. 2016 – 2018

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:
Die digitale Strategie des JMF steht auf drei Säulen: Kommunikation, Vermittlung und Forschung. Die Kommunikation ist „zielgruppenspezifisch aufgebaut“ und hat ihren Schwerpunkt auf Social Media Aktivitäten (integrativ, unter Beteiligung der Bereiche Bildung, Vermittlung, Sammlung und Ausstellung). Die Vermittlung basiert ebenfalls auf den Social Media Kanälen, auf Online-Ausstellungen (Google Arts & Culture) und definiert sich „zielgruppenspezifisch“ – z.B. durch eine eigens für Schulklassen entwickelte App („Unsichtbare Orte“). Die dritte Säule – Forschung – macht Ergebnisse „einer internationalen Öffentlichkeit“ zugänglich. Hier werden die Digitalisierung der Sammlung und deren Veröffentlichung auf Plattformen wie der Deutschen Digitalen Bibliothek genannt. Die Projekte der Forschungsabteilung werden dabei als Kern der digitalen Strategie verstanden.

URL:
https://www.juedischesmuseum.de/de/vernetzen/beitrag/detail/digitale-strategie-des-juedischen-museum/

 


Wer? — Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Wann?
Oktober 2017

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:
u.a. User-zentriert agieren, Kommunikation und Partizipation fördern, Dialog befördern, offene Verfügbarkeit von Content fördern, Kreativität anregen, zielgruppenspezifische Angebote digital bereitstellen, Innovation ermöglichen, sich der Nachhaltigkeit verpflichten, den internationalen Austausch fördern, Arbeitsweisen reformieren.

URL:
http://www.mkg-hamburg.de/de/das-mkg/digitale-strategie.html

 


 

Wer? — Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Wann?
2011-2015

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:
Anstelle einer digitalen Strategie formuliert die Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine Digitalisierungsstrategie. Hier hat, will man dem Dokument Glauben schenken, also die Digitalisierung besonders wichtiger Objektbestände (solche von nationalem Wert) Priorität. Entsprechende Standards kommen zur Anwendung, um die Anschlussfähigkeit an weitere Portale zu gewährleisten. Darüber hinaus führt die Webseite Netzwerke und Portale auf, welche für die SPK eine Rolle spielen und es finden sich Best practice-Empfehlungen zu Open Access. Als dezidiert zukunftsgerichtetes Projekt wird Museum 4.0 aufgeführt, welches die „Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation in Museen“ erforschen will und eben jene Handlungsfelder zum Untersuchungsgegenstand macht, die üblicher Weise Teil der digitalen Strategie sind: Vermittlung, Kommunikation, Interaktion, Inklusion und Partizipation. Eine Strategie, welche diese Handlungsfelder zusammen denkt, sucht man bei der SPK derzeit aber noch vergeblich.

URL:
https://www.preussischer-kulturbesitz.de/schwerpunkte/digitalisierung/digitalisierungsstrategie.html

 


 

Wer? — Städel Museum

Wann?
ca. 2015

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:
Neue Wege der Vermittlung suchen, Reichweite vergrößern, uneingeschränkter Zugang zu kunsthistorischen Inhalten, vielfältige Vernetzung, wissenschaftliche Erkenntnisse digital bewahren, zielgruppenspezifische Angebote machen, Partizipation und Interaktion fördern, zeitgemäße digitale Infrastruktur schaffen, Sammlung digitalisieren, App als Unterstützung des Museumsbesuchs, Spiele, Digitorials zu Sonderausstellungen, Social Media und weitere Onlinekommunikation, Filmproduktionen, stetige Optimierung und Weiterentwicklung sowie die Anpassung interner Arbeitsabläufe und Organisationsstruktur.

URL:
http://www.staedelmuseum.de/de/digitale-strategie

 


 

Wer? — Deutsches Museum

Wann?
Undatiert

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:
Die digitale Strategie des Deutschen Museum richtet sich auf die „semantische Vernetzung“ der physischen Museumsbestände mit den Informationen aus Archiv und Bibliothek und die Verfügbarmachung der Sammlung für die „Menschen auf der Welt“. Das Spektrum der digitalen Maßnahmen umfasst Grundlagen wie die Digitalisierung der Bestände und deren Langzeitarchivierung, reicht über die Entwicklung eines Online-Portals, die Standardisierung und Vernetzung bis hin zu Forschungsprojekten. Das Zusammenspiel der einzelnen Maßnahmen (mitunter die digitale Strategie) lässt sich aus der Darstellung leider nur schwer erschließen, vertiefende Informationen sucht man vergebens.

URL:
https://digital.deutsches-museum.de/about/digital-strategy/

 


 

Wer? — Westfälisches Landesmuseum

Wann?
2019

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:
Mit dem breiten Claim „Wir verstehen Digitalisierung als Prozess der Demokratisierung des Museums hin zu einem offenen und sozialen Ort unter Berücksichtigung der zentralen Aufgaben von Bildung, Vermittlung und Information über kulturelles Erbe.“ führt das LWL seine Strategie ein. Der Fokus des Museums liegt entsprechend auf Aspekten der Partizipation und Besucherorientierung, der Kommunikation und Interaktion mit den Usern, die künftig in die Entwicklung digitaler Angebote einbezogen werden sollen. Grundprinzipien seien Wandelbarkeit, die Erschließung der Bestände, ein „zukunftsfähiges Wissensmanagement“, Nachhaltigkeit, Transparenz und open data. Museumsinhalte, wie vergangene Wechselausstellungen, sollen über den Tag hinaus digital online zugänglich gemacht werden und der Dialog mit dem Publikum intensiv geführt werden. Das Museum ist sich darüber bewusst, dass der digitale Wandel auch die Institution selbst verändern wird, deren Personalstruktur, Prioritäten und Arbeitsabläufe.

URL:
https://www.lwl-landesmuseum-herne.de/das-museum/digitale-strategie

Das PDF der digitalen Strategie findet sich unter: https://www.lwl-archaeologie.de/media/filer_public/fb/bf/fbbf75e0-e814-4778-8fa4-aa4ad011f188/190628_digitale_strategie_lwl-museum_fur_archaologie.pdf


Spanien


Wer? — Guggenheim Bilbao

Wann?
2018 -2020 (in progress)

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:

t.b.d.

URL:
http://www.guggenheim-bilbao-corp.eus/en/strategic-plan/

 


U.S.A.


Wer? — San Francisco Moma

Wann?
2018 (ongoing)

Ziele der (ausdrücklich nicht digitalen, sondern) Content Strategie:
Keine spezifisch digitale Strategie, sondern alle (auch die digitalen) Aktivitäten richten sich darauf, eine herausragende Begegnung von Menschen mit der Kunst zu ermöglichen. Der Fokus liegt auf Vermittlung – Content Strategy, Storytelling und Technologie werden als Mittel gesehen, um durch Experimente neue Erfahrungen sowie neues Denken und Sehen zu ermöglichen.

(„At SFMOMA, we don’t view our “digital strategy” as distinct from an analog or a human-to-human strategy. Rather, we believe that the ultimate goal of every museum activity is to help foster a rewarding in-person encounter with art. In these stories, we share how experiments with new technologies can open up new ways of thinking and seeing within the museum context.“)

URL:
https://www.sfmoma.org/read/on-digital-content-strategy/

 


Großbritannien


Wer? — Tate Modern

Wann?
2013

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:
u.a. Digitales Publizieren, Digitalisierung der Sammlung, digitale Gallery-Experience, digitales Outreach und Kommunikation mit Usern und Besuchern, kommerzieller Nutzen digitaler Mittel fördern (Ticketing, eCommerce, Multimedia Tours, digitales Fundraising), Besucherbindung stärken, die Implementierung neuer Arbeitsweisen und Workflows unterstützen, den aktiven Einsatz von Analysetools nutzen.

URL:
http://www.tate.org.uk/research/publications/tate-papers/19/tate-digital-strategy-2013-15-digital-as-a-dimension-of-everything

 


Wer? —  Science Museum Group (UK)

Wann?
2015-2017

Ziele/Dimension der digitalen Strategie:
u.a. Herausragende digitale Kommunikation und User-Experience entwickeln, herausragende Lern-Ressourcen bereitstellen, Analyse von Besucherdaten ernst nehmen, Arbeitsweise in digitaler Strategie berücksichtigen, Innovation durch digitales Lab fördern, Open Source nutzen, Zugang zur digitalen Sammlung eröffnen, neue Webpräsenz mit Objektdatenbank und öffentlichem Zugang entwickeln, die Nutzung und Verbreitung von Museumsobjekten fördern, die User in Forschung einbeziehen (durch z.B. Crowdsourcing, oder Social tagging), digitale Narrative entwickeln, welche die Geschichten hinter den Objekten erzählen, die digitale Infrastruktur vereinheitlichen, die Automatisierung von Digitalisierungsworkflows ermöglichen.

URL:
https://group.sciencemuseum.org.uk/policies-and-reports/digital-strategy/


 

…to be continued!

9 Antworten auf “Eine HALL OF FAME der DIGITALEN STRATEGIEN”

  1. Das ist eine großartige Idee, eine solche Liste zu erstellen. Wir arbeiten auch an einer Digitalen Strategie. Sobald wir sie veröffentlichen – kann noch ein klitzekleinesbisschen dauern – gebe ich Bescheid.
    Mit herzlichen Grüßen aus Bonn
    Stephanie Müller (LVR-LandesMuseum Bonn)

    Liken

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